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Herz-Kreislauf-Erkrankungen: liegt vor allem eine vorzeitige Gefäßverkalkung zugrunde, für deren Entstehung als Risiko-faktoren neben Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen vor allem eine Störung des Fettstoffwechsels verantwortlich ist:

Bestimmte Fettanteile im Blut liegen dabei entweder in zueinander ungünstigem Verhältnis vor, oder/und aber der Gesamtgehalt an Fettstoffen im Blut ist zu hoch. Diese Störungen können durch falsche Ernährung, bestimmte Grunderkrankungen und/oder familiäre Disposition bedingt sein. Zirkuliert zu viel Cholesterin in unserem Körper, droht Arteriosklerose, die Gefäßverkalkung. Die Konsequenzen können Schlaganfall oder Herzinfarkt sein. Wie viel der fettähnlichen Verbindung darf im Blut sein, und was kann man gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel machen?

Richtwerte für Gesamt-Cholesterin
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt folgende Richtwerte für das Gesamt-Cholesterin im Körper:

  • Idealwert: weniger als 200 Milligramm Gesamtcholesterin pro Deziliter Blut
  • leicht erhöhter Cholesterinspiegel: 240 mg/dl
  • mäßig erhöhter Cholesterinspiegel: 240 bis 300 mg/dl
  • stark erhöhter Cholesterinspiegel: über 300 mg/dl.


Richtwerte für LDL-Cholesterin
Auch für LDL-Cholesterin gibt es Richtwerte, herausgegeben von der Amerikanischen Herz-Gesellschaft (AHA):
Für Gesunde ohne Risikofaktoren, Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie oder andere Fettstoffwechselstörungen gelten bis 160 mg/dl als unbedenklich.
Wer allerdings raucht, Übergewicht bzw. hohen Blutdruck hat, oder bei wem zu viele andere Fette im Blut unterwegs sind, sollte LDL-Cholesterin-Werte anstreben, die nicht über 130 mg/dl liegen.
Für Menschen, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hinter sich haben, liegt die obere LDL-Cholesterin-Grenze bei 100 mg/dl.


Richtwerte für HDL-Cholesterin
Für das HDL-Cholesterin gilt eher: Mehr ist besser. Je mehr davon in der Blutbahn zirkuliert, desto besser kann der Körper auch bereits vorhandene Ablagerungen wieder abtransportieren. Ein optimaler Gefäßschutz also, vom Körper selbst hergestellt. Die empfohlenen HDL-Werte der American Heart Association:

  • Männer sollten mindestens 40 mg/dl,
  • Frauen 50 mg/dl haben.


Die Devise lautet also, zum einen die LDL-Werte zu senken und zum anderen die HDL-Werte zu erhöhen.

Unser Rat:
Durch eine konsequente Ernährungsumstellung lässt sich der Cholesterinspiegel um bis zu 15 Prozent senken. Gesättigte Fettsäuren führen zu einer Erhöhung des LDL-Cholesterins. Daher sollte man auf Nahrungsmittel mit tierischen Fetten wie Butter, Fleisch oder Wurst weitgehend verzichten. Statt dessen empfiehlt es sich, mehr ungesättigte Fettsäuren wie zum Beispiel Olivenöl, sowie Gemüse, Kohlehydrate und reichlich Obst zu sich zu nehmen. Hin und wieder sollte auch Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Er enthält die so genannten Omega-3-Fettsäuren, die ebenfalls günstige Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel haben.


Ausreichende Bewegung normalisiert ebenfalls den Fetthaushalt. Als Faustregel gilt: Drei- bis viermal wöchentlich etwa 30 bis 60 Minuten mäßig intensive Bewegung an der frischen Luft. Ausdauersportarten wie Joggen und Radfahren sind besonders geeignet. Wer dreimal in der Woche fünf Kilometer läuft, kann seinen HDL-Wert um zehn Prozent und mehr erhöhen.


Wer beispielsweise dauerhaft 25 Prozent seines Übergewichts reduziert, kann sein HDL um bis zu 10 Milligramm steigern. Aus 30 können so schon schützende 40 Milligramm werden.
Wer das Rauchen aufgibt, schafft bis zu zehn Prozent mehr HDL-Cholesterin. Wie viel Milligramm das sind, hängt vom Ausgangswert ab.
Und auch ein Schlückchen Alkohol am Tag bringt die HDL-Werte in Stimmung: Mit einem viertel Liter Wein sind Steigerungen um bis zu fünf Prozent möglich. Allerdings: Mehr bringt nicht mehr - im Gegenteil. Bei zu viel Alkoholgenuss überwiegen die schädlichen Wirkungen.
Eine beginnende Gefäßverkalkung bleibt oft lange Zeit unerkannt, da man die Veränderungen der Blutfettwerte nicht wahrnimmt. Deren Bestimmung ist heutzutage aber kein Problem mehr. Es reicht schon ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere. Alle, die von einem der vorgenannten Risikofaktoren betroffen oder über 35 Jahre alt sind, sollten einmal jährlich eine Blutfettbestimmung, die auch in Ihrer Apotheke angeboten wird, durchführen lassen.

Wir helfen Ihnen gern
Natürlich bestimmen wir nicht nur Ihre Cholesterinwerte. Gern beraten wir Sie im Falle schlechter Blutfettwerte über geeignete Maßnahmen: Oft genügen schon Ernährungsumstellung, erhöhte körperliche Aktivität oder die Einnahme pflanzlicher Arzneimittel. Präparate mit Artischockenblätter-Extrakt können beispielsweise überaus hilfreich sein.

Wichtig:
Bei manchen Patienten reicht eine Änderung des Lebensstils allerdings nicht aus, um die schädlichen Werte zu senken. Dann bleibt manchmal nur noch der Griff zur Tablette. Eine moderne Stoffklasse sind die so genannten Statine. Sie greifen schon bei der Entstehung des körpereigenen Cholesterins ein. Dies wird vor allem in den Zellen von Leber und Darm produziert. Bei diesem biochemischen Vorgang spielt ein Enzym die Schlüsselrolle. Die Statine können diese Enzyme zum Teil blockieren und verringern so die Bildung des Cholesterins.


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